Atomexplosion in Südfrankreich

Atomexplosion in Südfrankreich – Umweltschützer fordern Aufklärung

Frankreich

Montag, den 12. September 2011 um 15:49 Uhr

Bei einer Explosion im Atomkraftwerk Marcoule in der Nähe von Avignon im Süden Frankreichs ist am heutigen Montag ein Mensch getötet worden. Informationen der örtlichen Behörden zufolge detonierte ein Ofen, in dem schwachradioaktive Abfälle verbrannt wurden. Die Behörden räumten ein, dass die Gefahr bestehe, dass Radioaktivität austreten könne. Bislang sei dies aber noch nicht geschehen. Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN wiegelte ab. Bei dem betroffenen AKW handele es sich um einen weitgehend stillgelegten Reaktor, in dem nur noch Atommüll entsorgt werde.

Atomkraftgegner und Umweltschützer reagierten empört auf solche Durchhalteparolen aus Paris. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat die französischen und deutschen Behörden aufgefordert, die Bevölkerung umfassend über den Unfall und mögliche Folgen zu informieren. Gleichzeitig hat der BBU erneut mit Nachdruck die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit gefordert. »Atomkatastrophen wie in Tschernobyl oder Fukushima sind in jedem Staat möglich, so auch in Frankreich und in der Bundesrepublik Deutschland«, warnt der BBU in einer aktuellen Pressemitteilung. Weiterhin kritisiert der Verband, dass von der Urananreicherungsanlage in Gronau in großen Mengen Uranmüll zur Verarbeitung nach Frankreich transportiert wird. »Die Transporte sind hochgefährlich und über die Sicherheit bei der Verarbeitung des Uranmülls in Frankreich ist nichts bekannt«, so der BBU.

Schon seit geraumer Zeit rufen Bürgerinitiativen und Umweltverbände für das kommende Wochenende zur Teilnahme an Anti-Atomkraft-Aktionen in verschiedenen Ländern auf. Auch in Frankreich wird es Protestaktionen geben, so etwa gegen die Atomkraftwerke Cattenom und Fessenheim. Ein halbes Jahr nach Beginn der Atomkatastrophe von Fukushima ruft auch der BBU die Bevölkerung weiterhin zu Aktionen und Protesten gegen jegliche Atomenergienutzung auf. »Auch in der Bundesrepublik sind wir von einem echten Atomausstieg weit entfernt. Noch immer sind zahlreiche Atomkraftwerke, die Uranfabriken in Lingen und Gronau, Forschungsreaktoren und Atommüll-Betriebe wie z. B. in Duisburg, in Betrieb.«

Quelle: RED GLOBE

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